Wissenswertes  für Eltern
Inhalt
(Anmerkung: Die meisten der hier aufgeführten Artikel sind zu finden in "Das Online - Familienhandbuch" -
Alles über Schule, Erziehung, ..., eine hervorragende Website des Staatsinstituts für Frühpädagogik, München)

Alte Pädagogik - Neue Pädagogik 

Selbstorganisiertes,
kooperatives Lernen 

Hausaufgaben ohne Stress 

Legasthenie (Tipps)

Dyskalkulie 
 

Triple P
(positives Erziehungsprogramm für alle Eltern) 
 

Konzentration
Ein hervorragender Artikel von Charmaine Liebertz
in: Das Schatzbuch ganzheitlichen Lernens,
Don Bosco / Spectra

Konzentrationsübungen

Linkshändigkeit
(Regionale Schulberatungsstelle des Kreises Warendorf)
Es öffnet sich eine WORD-Datei im neuen Fenster!

Vergleichsarbeiten Deutsch und Mathematik, Klasse 4

Thema: Hochbegabung

20 Irrtümer übers Lernen

Software - Liste
(der Karl - Weierstraß - Schule Ostenfelde, Schuljahr 2003/2004)


Service: Neuer Bußgeld-Katalog
(ab 01.04.2004)
 

Schulsystem in NRW

Weiterführende Schulen
(Fragen und Antworten)

Schulanfang 
 

Fördern statt überfordern

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Alte Pädagogik

 

Neue Pädagogik

 

 

 

Für Kinder heißt das:

 

heißt für Kinder:

Setz dich an deinen zugewiesenen Platz!

 

Such dir deinen Platz und deine Arbeitspartner aus.

Sei still und hör zu!

 

Rede mit anderen.

Führe Anweisungen aus!

 

Überlege dir Möglichkeiten.

Liefere Arbeiten ab!

 

Du sollst zufrieden sein mit deiner Arbeit.

Vermeide Fehler!

 

Experimentiere.

Übernimm fertige Informationen und Wissensinhalte!

 

Vergleiche informationen anderer miteinander und mit deinen Informationen.

Versuche so viele Punkte wie möglich zu erreichen!

 

Lerne so viel wie du kannst.

Sei so, wie es von dir erwartet wird!

 

Sei wie du bist.

Weiche Strafen aus!

 

Hab Verständnisse für Missverständnisse.

Bemühe dich um Belohnungen!

 

Bemühe dich um gemeinsame Erfolge.

 

 

 

Und für Lehrkräfte:

 

und für Lehrkräfte:

Gib Wissen und Verhaltensweisen weiter!

 

Lass Kinder und Jugendliche lernen, so viel sie nur können.

Erteile Anweisungen! Kontrolliere!

 

Stelle Informationen und Lerngelegenheiten zur Verfügung. Du bist auch eine.

Lass keine Umwege und Abweichungen zu!

 

Erwarte Umwege, Abkürzungen und Experimente.

Sorge für Ruhe!

 

Lass Kinder und Jugendliche miteinander reden.

Belohne und bestrafe!

 

Belohne nicht und bestrafe nicht!

Stelle Fragen!

 

Lass dich fragen!

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 Selbstorganisiertes, kooperatives Lernen
13 Grundsätze zum Neuen Lernen

1

Lernen ist nicht Aufnehmen und Speichern.

2

Es darf nicht angeschubst, gesteuert und ständig kontrolliert werden.

3

Lernen ist ein natürlicher und notwendiger Vorgang, eine Lebensfunktion.

4

Menschen lernen, weil sie von sich aus lernen müssen, nicht, weil sich das jemand als Pflicht ausgedacht hat.

5

Kommunikation (Reden, Gestik, Mimik, Töne, Farben, Zeichen, Schreiben, Lesen ...) wird von Lernenden gemeinsam erfunden, weiter entwickelt und überarbeitet.

6

Im Schreib- und Lese-Anfang sind die Wörter und Zeichnungen Material für die eigenen Erfindungen. Je weniger ich eingreife in die notwendige Experimentierphase, umso mehr wird erfunden und umso schneller wachsen die Kompetenzen der Schreibneulinge.

7

Mathematik: Ordnen, vergleichen, zählen, messen - das sind ebenfalls menschliche Grundbedürfnisse

8

Die Lern- und Arbeitsangelegenheiten, die ich Kindern zur Verfügung stelle, müssen nicht erklärt werden. Kinder müssen nicht tun, was ich will und nicht herstellen, was ich erwarte. Sie finden und entwickeln, was Kinder erfinden und entwickeln können. (Nichts anderes sieht der Lehrplan vor.)

9

Ich beobachte, registriere und melde Kindern zurück, was ich gehört und gesehen habe.

10

Diese offene Arbeitsweise in der Schule sieht so wenig nach traditioneller Schule aus, wie eine Naturlandschaft nach gepflegtem Gartenbeet oder Grab.

11

Sie ist für die Lernenden und für die Moderatoren und Supervisoren nahezu stressfrei. So eine Schule richtet keine Schäden an und ist deutlich effektiver als Unterricht, Belehrung, Kontrolle mit Auslese.

12

Bemängelt wird gelegentlich das Fehlen von Schulverhaltensweisen. Sind die wünschenswert?

13

Hier wissen die Lernenden jederzeit, was das ist, was sie tun und ob es stimmt. Irrtümer stellen sie selber fest und überarbeiten Ergebnisse ganz selbstverständlich.

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Hausaufgaben ohne Stress
Kinder sollten ihre Hausaufgaben selbstständig machen - Eltern müssen lernen, sich zurückzuhalten.

In den ersten beiden Jahren sind Hausaufgaben für die meisten Kinder noch Teil des großen Abenteuers Schule.
Spätestens in der dritten oder vierten Klasse aber finden sich viele Eltern und ihre Sprösslinge in nervenaufreibende Kämpfe
um Multiplikation oder Groß- und Kleinschreibung verwickelt.

In den meisten Fällen bringen die zermürbenden Sitzungen am heimischen Küchentisch keine Besserung. 
«Eltern sind einfach keine guten Nachhilfelehrer», lautet das unerbittliche Urteil von Professor Elisabeth Sander, 
Psychologin an der Universität Koblenz. 
Das liegt nicht an mangelndem guten Willen und - zumindest in der Grundschule - meist auch nicht an mangelndem Wissen: 
Eltern sind mit ihrem Nachwuchs einfach zu eng verbandelt, als dass sie die nötige Gelassenheit aufbrächten, 
die für ein gutes Lernklima wichtig ist. 
«Eltern identifizieren sich mit dem Kind», erklärt die Psychologin.

Die wichtigste Regel zum Thema Hausaufgaben klingt zwar einfach, verlangt leistungsorientierten Vätern und Müttern 
aber eine gehörige Portion Selbstdisziplin ab: Hilfe gibt es nur, wenn Kinder darum bitten. 
«Hinter den Hausaufgaben steht ein pädagogisches Konzept», erinnert Matthias Petzold, Psychologieprofessor 
an der Universität Düsseldorf. «Kinder sollen die Hausaufgaben selbstständig machen, denn die Ergebnisse geben dem Lehrer 
wichtige Rückmeldungen über den Leistungsstand der Kinder.»

Wer dem Lehrer ein unverfälschtes Bild vermitteln will, hält sich deshalb auch dann zurück, wenn ihm beim Anblick 
der fantasievollen Rechtschreibkünste seiner Tochter oder seines Sohnes die Haare zu Berge stehen. 
«Fehler sollte man nicht korrigieren, der Unterricht wird sonst schlechter», lautet Petzolds provozierende Forderung. 
Allenfalls könne man das Kind fragen, ob es wirklich meint, dass es so richtig ist. Allerdings müssen die Hausaufgaben 
in der Schule dann auch korrigiert werden, sagt der Lehrer Werner Kinzinger von der Aktion Bildungsinformation in Stuttgart.

Wenn sie auch nicht den Lehrer ersetzen sollen, so können Eltern ihren Kindern doch durch ihre bloße Anwesenheit 
im selben Raum die Arbeit erleichtern. Dies gilt laut Petzold besonders für Erst- und Zweitklässler. Auch Kinder, 
die Schwierigkeiten haben, sich länger zu konzentrieren, lassen sich eher bei der Stange halten, wenn die Mutter sich 
mit an den Tisch setzt, ergänzt Pädagogikexpertin Elisabeth Sander. Dabei sollte sie am besten Zeitung lesen 
oder Handarbeiten erledigen.

Die Tageszeit, zu der die Hausaufgaben erledigt werden, beeinflusst das Konzentrationsvermögen der Kinder ebenfalls. 
Laut Petzold ist der frühe Nachmittag - also der Zeitpunkt, zu dem Millionen von Grundschülern in Deutschland 
über ihren Aufgaben brüten - am allerschlechtesten geeignet. Der Biorhythmus sei nach dem Mittagessen auf einem Tiefpunkt, 
im Laufe des Nachmittags oder vor dem Abendessen falle das Lernen leichter.

In der Regel sollten sich Erst- und Zweitklässler nicht länger als eine halbe Stunde konzentrieren müssen, 
halten die Experten fest. Bei Dritt- und Viertklässlern sollten die Hausaufgaben spätestens nach einer Stunde erledigt sein. 
Dauert es regelmäßig länger, müsse man nicht gleich am Verstand der Kinder oder an den eigenen Erziehungsleistungen zweifeln. 
Vielmehr sollte zunächst mit dem Lehrer oder der Lehrerin gesprochen werden, ob tatsächlich individuelle Lernschwächen bestehen. 
Gar nicht so selten komme es vor, dass Pädagogen schlicht zu viel Hausaufgaben geben, sagt Professor Petzold.

Wenn es regelmäßig laut wird bei den Hausarbeiten, wenn die Kinder sich quälen oder es den Eltern zur Last wird, 
kann es helfen, die Nachbarin um Unterstützung zu bitten und sich umgekehrt als Hausaufgaben-Hilfe für deren Kinder anzubieten, 
empfiehlt Pädagoge Kinzinger. Wer es sich leisten kann, sollte eine junge Studentin oder einen älteren Schüler beauftragen, ergänzt Elisabeth Sander.
 

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HAUSAUFGABEN >> 13 wertvolle Tipps

1. Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind für jeden Tag der Woche eine Hausaufgabenzeit fest.  Planen Sie dabei das Mittagessen und die Freizeitaktivitäten Ihres Kindes ein, so dass genügend Zeit zur Erholung oder Vorbereitung bleibt.

 
2. Finden Sie die täglichen Zeiten, an denen Ihr Kind besonders leistungsfähig ist. Manche Kinder brauchen nach der Schule erstmal eine längere Pause, andere aber werden gegen Nachmittag müde und können im Anschluss an den Unterricht am besten arbeiten.
 
3. Schalten Sie Störquellen aus. Musik, der Fernseher, ein ständig läutendes Telefon oder ein schreiendes Baby verhindern das Konzentrieren. Besprechen Sie mit Ihrem Kind klar, ob es erst nach den Hausaufgaben fernsehen oder spielen darf.

4. Kinder lieben Rituale, und dies können Sie sich auch bei den Hausaufgaben zunutze machen. Eine festgelegte Zeit, ein bestimmter Tisch, Saft und Kekse zur Belohnung etc. können dem Kind Ruhe und Sicherheit vermitteln, die ihm helfen, sich konzentriert seiner Arbeit zu widmen.

 
5. Stellen Sie sicher, dass Ihr Kind nicht zuviele Aufgaben aufhat. Es gibt für jedes Schuljahr eine festgelegte Zeit, in der die Kinder die Hausaufgaben erledigen können müssen. Hat Ihr Kind zuviele Aufgaben auf, so sprechen Sie mit den anderen Eltern und der Lehrerin darüber.

 

1. + 2. Klasse
3. + 4. Klasse
5. + 6. Klasse
7. bis 10. Klasse
1/2 Stunde
bis 1 Stunde
bis 1 1/2 Stunden
bis 2 Stunden

 

6. Testen Sie, wie Ihr Kind besser arbeitet. Mag es lieber mit etwas Leichtem beginnen, um überhaupt einen Anfang zu finden? Oder startet es besser mit einem schwierigen Fach, da seine Konzentrationsspanne anfangs noch groß ist und es schwere Aufgaben besser angehen kann?
 
7. Ihr Kind sollte versuchen, die Aufgaben alleine zu bewältigen. Bleiben Sie jedoch in der Nähe, um ihm bei Fragen behilflich sein zu können. Ermutigen sie es zu selbstständigem Arbeiten.
 
8. Ein ordentlich geführtes Hausaufgabenheft, das eventuell von der Lehrerin kontrolliert wird, ist die beste Grundlage für das Arbeiten. Falls Ihr Kind Schwierigkeiten beim Notieren der Aufgaben hat, kann es auch mit bunten Klebezetteln die entsprechenden Seiten im Schulbuch markieren.

9. Der Schreibtisch sollte keinerlei Ablenkungsmöglichkeiten bieten. Räumen Sie ihn vollkommen leer, so dass nur noch die benötigten Materialien für die Hausaufgaben darauf zu finden sind. Auch der Platz am Fenster kann ablenken.

10. Vermitteln Sie Ihrem Kind die gleichen Methoden wie in der Schule. Verschiedene Rechenwege oder unterschiedliche Schriftarten verwirren besonders die Grundschüler.
 
11. Hausaufgaben sind für die Schulkinder echte Arbeit. Belohnen Sie Ihr Kind für seine Anstrengungen ab und zu mit einer Kleinigkeit. Das fördert die Motivation und erhöht die Frustrationstoleranz. Freude am lernen ist für die Zukunft wichtiger als Freude am Erfolg.
 
12. Lernen Sie nie mit Ihrem Kind unter Zeitdruck. Zu leicht können ihnen beiden die Nerven durchgehen und das gemeinsame Arbeiten in Vorwürfe und Stress ausarten.

 

13. Spornen Sie Ihr Kind an, auf Fragen und Anforderungen selber eine Lösung zu finden.
 

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Konzentration [1]

Das höchste Gebot der guten Pädagogik ist es, gegen alle Zerstreuung zu arbeiten.

Johann Wolfgang von Goethe, Wahlverwandtschaften

 Konzentration bedeutet:

 

bulletAufnahmebereitschaft auslösen
bulletAufmerksamkeit steigern
bulletSinne schärfen
bulletGedanken und Gefühle ordnen
bulletmehrkanalig lernen
bulletKreativität und vernetztes Denken fördern
bulletInformationen nachhaltig speichern
bulletEnergiereserven aufladen

Wie ist der Lebensraum unserer Kinder?

 „Dieses Kind kann keine fünf Minuten sitzen bleiben und sich mit einer Sache beschäftigen!“ Wer kennt dieses Problem nicht? Kaum hat sich das Kind für ein Spiel oder ein Buch entschieden, ertönt schon der Satz: „Ich bin fertig!“ Dann hampelt es ziellos im Raum herum und kann sich trotz des vielfältigen Spieleangebots zu nichts so richtig entschließen. Es wird unzufrieden und beginnt zu nerven. Immer wieder stellen Sie sich die Frage „Wie kommt es, dass dieses Kind so unkonzentriert ist?“

 Zunächst einmal zu Ihrer Beruhigung: Es müssen nicht immer Konzentrationsstörungen vorliegen. Vielleicht erwarten Sie nur zu viel. Für ein Vorschulkind ist es schon eine beachtliche Leistung, 20 Minuten lang einer Beschäftigung nachzugehen. Und von einem Schüler, der abgeschlafft nach Hause kommt, können Sie nicht erwarten, dass er sich sofort konzentriert an die Hausaufgaben setzt. Ständige Ermahnungen im Unterricht und Familienkräche helfen da wenig. Hier ist vielmehr Ihre Beobachtungsgabe gefragt: Wann und wo kann sich dieses Kind am besten konzentrieren, wie kann ich ihm dabei helfen?

 Im übrigen sind Sie mit diesen Problemen nicht allein. In den pädagogischen Beratungsdiensten gehören Abgelenktsein und mangelnde Konzentration zu den am häufigsten genannten Erziehungs- und Schulproblemen. Wen wundert's? Schließlich zwingt uns das moderne Leben immer mehr, unsere Aufmerksamkeit gleichzeitig auf verschiedene Dinge zu lenken. Beim Spazieren gehen müssen wir auf den Straßenverkehr achten, beim Kochen das Handy bedienen, beim Fernsehen noch schnell die Nägel lackieren, unter der Dusche den Einkaufszettel fürs Wochenende entwerfen und beim Einkauf auf die Preise, die Handtasche, die quengelnden Kinder achten und auch noch an das Geburtstagsgeschenk für den Opa denken.

Tagtäglich vollführen genervte Berufstätige den Seiltanz zwischen Arbeit und Familie. Sicher, dieser stressigen Alltagsakrobatik können sich nur wenige entziehen.
Aber muss sie sich wirklich so massiv auf die Erziehung unserer Kinder auswirken? Haben Sie sich schon mal gefragt, welches Vorbild Sie in punkto Konzentrationsfähigkeit abgeben? Vielleicht neigen auch Sie dazu, wenn Sie abends Ihrem Kind ein Buch vorlesen, sich ständig vom Telefon unterbrechen zu lassen oder beim Abendessen fernzusehen? Oder während ein Kind Ihnen etwas erzählt, ungeduldig durch den Gruppen- oder Klassenraum zu laufen. Aber von Kindern fordern wir, sie sollten sich Mühe geben, sich konzentrieren, sich nicht ablenken lassen, sich ein für allemal merken, was gesagt oder gezeigt wurde. Aber sind wir Erwachsene so ohne Weiteres in der Lage dazu?

„Eben hab ich's noch gewusst.“ Tja, Konzentration stellt sich nun mal nicht per Knopfdruck ein! Vielleicht haben auch Sie schon die Erfahrung gemacht, dass Sie sich auf einem Fest mit einem interessanten Menschen angeregt unterhielten. Zu Hause angekommen wissen Sie plötzlich nicht zu sagen, ob derjenige eine Brille trug oder welche Haarfarbe er hatte. Und doch, beim nächsten Zusammentreffen, Monate später, erkennen Sie diesen Menschen sofort wieder. In diesem Fall braucht Sie die Frage „Leidest du schon an Alzheimer?“ nicht zu beunruhigen. Denn unser Gedächtnis ist kein Koffer, den wir auf Kommando - z.B. bei Prüfungen - öffnen können. Wir merken uns Einzelheiten nicht wie Vorräte im Kopf, sondern vielmehr als Netzwerk von Eindrücken, die bei bestimmten Anlässen wieder aufleben.

Ist dieses Netzwerk jedoch mit Sinnesreizen und Informationen überfrachtet, dann kann kein klarer Gedanke aufkommen. Und wer hat bei dem stetig wachsenden Erfolgs- und Zeitdruck, dem hohen Stress- und Lärmpegel noch die Muße, sich auf eine Sache so einzulassen oder einen Gedanken so zu vertiefen, dass alles andere in Vergessenheit gerät? Konzentration und Entspannung haben nur dann eine Chance, wenn wir einen Wahrnehmungsfilter entwickelt haben, der uns hilft, das Wichtige vom Unwichtigen, das Sinnvolle vom Nutzlosen, das Informative vom Ablenkenden zu trennen. Wenn diese mentale Selektionsfähigkeit schon bei uns Erwachsenen nicht immer funktioniert, wie mag es dann erst Kindern gehen, bei denen sie noch unzureichend entwickelt ist?

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Wie reagieren unsere Kinder darauf?

 Kinder sind der Reiz- und Informationsflut hilflos ausgesetzt. Die zahlreichen Umwelteindrücke und die Bildermacht der Medien sind allgegenwärtige Verführungen. Und ihr Preis ist hoch: Nervosität und Überreiztheit, psychische Überforderung und Unausgeglichenheit, geistige Ablenkung und Verwirrung. Manche Kinder entwickeln sich zu kleinen „Zappelphilippen“, die überall ein Bündel an überschüssiger Energie mit sich herumtragen. Vor allem aggressive Kinder leiden unter ständiger physischer und psychischer Anspannung, die motorische Unruhe und Konzentrationsprobleme auslöst. Andere Kinder wiederum ziehen sich in eine Welt der inneren Bilder und Gedanken zurück, träumen still vor sich hin in den Tag hinein und werden zu kleinen „Hans-guck-in-die-Luft“. Konzentrationsschwäche macht sich meist in Form von störenden Nebengedanken oder ablenkenden Gefühlen bemerkbar. Sie treten vor allem dann auf, wenn Kinder:

 

• unter psychischer Anspannung leiden (z.B. Konflikte mit Eltern, Freunden, Erziehern oder Lehrern)

• unter physischer Anspannung leiden (z.B. Bewegungsmangel, Müdigkeit, Hunger, Durst oder Schmerzen)

• von äußeren Bedingungen abgelenkt werden (z. B. Hitze, Kälte, Unordnung oder starker Lärm)

In seltenen Fällen können schwerwiegende Symptome auftreten, wie z. B. die Abkehr von der realen Außenwelt, Desorientierung oder schwere Gedächtnisstörungen. Stark konzentrationsgestörte Kinder fassen einen Inhalt unzureichend oder gar nicht auf, sind schwer fixierbar und handeln ohne Rücksicht auf die wirkliche Situation. Bei schweren Krankheitsbildern treten auch Störungen des Selektionsvermögens auf. Die Kinder sind dann in ihren Gedanken, Wahrnehmungen und Reaktionen zeitweise blockiert, verstärkt empfindlich und gestresst. Depressive Kinder neigen dazu, ihre Gedanken ständig kreisen zu lassen und ins Grübeln zu fallen. Dann leiden auch sie unter Denkblockaden. Solche schweren Konzentrationsstörungen und Unruhezustände können mit Übungen und Spielen nicht behoben werden. Hier ist eine fachliche Beratung und Behandlung erforderlich.

 Auf die ständige Ermahnung, sich jetzt endlich zu konzentrieren, reagieren Kinder meist mit Hilflosigkeit. Denn dieselben Erwachsenen, die gerade noch das vielseitige Interesse des Kindes gelobt haben, erwarten plötzlich unter dem Drohruf „Konzentration!“ die volle Wachheit für eine Sache oder einen Inhalt. Also, wie soll man es ihnen recht machen und vor allen Dingen, was bedeutet dieses alles entscheidende Wort? Ich jedenfalls habe als Schülerin bei dem Spruch „Jetzt konzentriere dich doch 'mal!“ die Stirn kraus gezogen, den Kopf auf die Handflächen gestützt, den Lehrer in Denkerhaltung interessiert angeschaut und trotzdem an meine Ritterburg zu Hause gedacht. Und nicht viel anders scheinen es noch heute die meisten Kinder zu handhaben. Wir benutzen das Wort Konzentration zu Hause und in der Schule ganz selbstverständlich. Nur welches Kind vermag es schon zu verstehen? Fragen Sie mal im Freundeskreis herum und Sie werden die verschiedensten Antworten hören: „Nachdenken“, „sich intensiv beschäftigen“, „sich etwas merken“, nicht ablenken lassen“, „Gehirn trainieren“ ... Mal ehrlich, wissen Sie, wie vielschichtig dieser Begriff ist und was er uns alles abverlangt?

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Was brauchen unsere Kinder?

 Die Frage lässt sich erst nach einem kleinen Exkurs durch die neurologischen, psychologischen und pädagogischen Definitionen beantworten. Über das lateinische Wort "concentrare“, d.h. in einem Punkt vereinigen, haben Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen viel nachgedacht: Die Psychologen legen bei Konzentration großen Wert auf die Aufmerksamkeit, d.h. die aktive Hinwendung auf einen bestimmten Bewusstseinsinhalt unter gleichzeitiger Ablenkung anderer. Es geht um die Klarheit des Erlebens, also um die Selektion der Reizangebote aus der Umwelt, um die Ausblendung aller momentan unwichtigen Wahrnehmungsstimuli, um eine Einengung des Gesichtskreises bei gleichzeitiger Wahrnehmungssteigerung. Erst dann können die benötigten Reize gebündelt, verstärkt und die Konzentrationsaufgabe erfolgreich durchgeführt werden. Dabei spielt die richtige Dosis an Motivation eine entscheidende Rolle. Denn erzwungene Anspannung oder geballte Willensanstrengung können das Wahrnehmungs- und Konzentrationsvermögen blockieren.

 Die Hirnforscher definieren Konzentration als individuell unterschiedlich ausgebildete Fähigkeit, Sinneswahrnehmungen und Bewusstseinsinhalte zu registrieren, über längere oder kürzere Zeit zu speichern und bei geeignetem Anlass wieder hervorzuholen. Das Gedächtnis spielt eine fundamentale Rolle beim Verstehen, Beurteilen und Lernen, bei der Organisation unserer Handlungen, Gedanken und Sprache. Jede Sekunde unseres bewussten Denkens und Handelns wird von dieser Kommandozentrale koordiniert. Ein Heer von Wissenschaftlern versucht derzeit ihre Funktionsweise zu entschlüsseln. Eine Erfolgsmeldung kam Ende 1997 aus amerikanischen Labors: Neuropsychologen identifizierten eine groschengroße Region im Gehirn, die das innere Sprechen steuert. Dieser innere Monolog ist ein wichtiges Arbeitsprinzip unseres Gedächtnisses. Mit seiner Hilfe merken wir uns z. B. Telefonnummern oder besondere Eindrücke als „innere Worte und Bilder“. Wie stark die geistigen Leistungen vom Gedächtnis abhängen, zeigen Kinder zwischen dem fünften und achten Lebensmonat. Dann können sie sich erstmals an den Platz eines Spielzeugs erinnern, nachdem sie kurzfristig abgelenkt wurden. Je älter Kinder werden, desto mehr Informationen können sie speichern. Und die Speicherung ist um so nachhaltiger, je mehr Sinne dabei beteiligt sind und für eine optimale neuronale Vernetzung sorgen.

 Die Pädagogen legen Wert auf effektives Lernen: Für sie bedeutet Konzentration die bewusste Hinwendung der Wahrnehmungs- und. Denktätigkeit auf einen Lerninhalt. Aber bloße Wissensvermittlung reicht nicht aus! Elternhaus und Schule müssen auch das „Lernen lernen und lehren!“ Warum? Weil Schüler ohne effektive Lerntechniken nicht selbstständig werden können. Die Ergebnisse der Schulerfolgsforschung belegen, dass 30-40% der Leistungsunterschiede nicht etwa auf mangelnde Begabung der Schüler, sondern auf ihr Lern- und Arbeitsverhalten zurückzuführen sind. Und dieses entwickelt sich nicht autonom, es bedarf der Anleitung aus dem familiären und schulischen Umfeld.

 

Was Sie wissen sollten

Das Bildungsziel „Das Lernen lernen“ postulierte Humboldt bereits 1809 im Königsberger Schulplan. Es wurde in den zwanziger Jahren zwar von den Reformpädagogen Gaudig, Kerschensteiner und Petersen in der Schulpraxis erprobt. In der curricularen Pädagogik der siebziger Jahre geriet es jedoch in Vergessenheit.

 Fassen wir diese Definitionen zusammen, dann ergeben sich folgende Bedingungen für eine effektive Konzentration: gesteigerte Aufmerksamkeit, Selektion und Fokussierung der Sinne, Gedanken und Gefühle auf einen Inhalt, auf ein Objekt oder eine Handlung und ihre nachhaltige Speicherung im Gedächtnis. Es wird deutlich, dass eine bloße Ermahnung diese Spannbreite an mentalen Leistungen nicht auszulösen vermag. Kinder müssen wieder lernen, sich auf Wesentliches zu konzentrieren und Ablenkungen zu widerstehen. Denn die Lern- und Konzentrationsfähigkeit wird eine Schlüsselqualifikation für ihre berufliche Zukunft sein. Konzentration kann und muss trainiert werden. Aber Vorsicht: „Üben, üben, üben“ hilft nur begrenzt! Das Training sollte über Konzentrationsübungen hinaus ganzheitlich angegangen werden. Es geht darum, neue Aufnahmebereitschaft und Aufmerksamkeit unter Einbeziehung möglichst vieler Sinne, d.h. mit Kopf, Herz und Hand auszulösen. Dem hohen Anspruch eines ganzheitlichen Trainings werden Sie gerecht, wenn Sie die folgenden sieben Säulen gelungener Konzentration beachten:

1. Verhalten beobachten

Konzentrationsschwächen werden oft durch individuelle Probleme ausgelöst. Sie resultieren aus dem:

 

• Energiebereich: Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Nervosität, Bewegungs- und Sauerstoffmangel

• Lernbereich: mangelhafte Motivation und Arbeitshaltung, fehlende Vorkenntnisse

• Gefühlsbereich: akute emotionale Sorgen oder Ängste

• Sozialbereich: Konflikte in der Gruppe oder Klasse

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2. Umgebung vorbereiten

In so manchen Kinderzimmern, Gruppen- oder Klassenräumen gibt es einfach zu viele Ablenkungen. An den Wänden hängen unzählige Zeichnungen und Plakate, die Regale sind mit diversen Bastelarbeiten voll gestopft und von der Decke baumeln bunte Mobiles. Wo sollen Augen und Hirn die nötige Ruhe zur Konzentration finden? Bitte sorgen Sie für möglichst viele klare Flächen und Farben, für Ordnung und Übersichtlichkeit, für räumliche Ruhe und Ausgewogenheit.

3. Motivieren und mental einstimmen

Denken Sie daran: mit der Ermahnung „Jetzt konzentriert euch mal!“ ist es nicht getan. Immer wenn wir abstrakte Begriffe wie „Konzentration“ verwenden, sollten wir mit mentalen Bildern oder immer wiederkehrenden Ritualen die Vorstellungskraft der Kinder aktivieren und ihre Faszination wecken. Und das Gehirn ist auch für die Kleinen etwas Beeindruckendes. Natürlich können sie seine Funktionsweise noch nicht im Detail verstehen, aber schon Erstklässer hören gerne die Geschichte vom „wundervollen Werkzeugkasten“, den jeder von uns im Kopf hat und der nie voll wird. Konzentrationsphasen lassen sich gut einleiten mit immer wiederkehrenden Liedern, Stofftieren (z.B. der hellwache Panther auf dem Pult) oder Symbolen
(z.B. Abbildungen wie Glühbirne, offener Werkzeugkasten) nach dem Motto: „Achtung, es ist Zeit, die Glühbirne im Kopf einzuschalten und den Werkzeugkasten weit zu öffnen!“ Aber auch Stille hat eine große Signalfunktion: Sie vermag Aufmerksamkeit und konzentriertes Zuhören einzuleiten. Setzen Sie bei großer Unruhe eine vereinbarte Stille-Regel ein, z. B. wenn mehr als einer redet, halten alle Kinder inne und reagieren nicht mehr. Sie schweigen solange, bis geklärt ist, wer nun an der Reihe ist. Dies führt vielleicht am Anfang zu Gelächter, aber sehr schnell lernen die Kinder mit Stille umzugehen und sie zu genießen.

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4. Wahrnehmungsreize und Gedanken ordnen

Nur in einer klaren Umgebung haben klare Gedanken eine Chance. Richten Sie daher zu Beginn einer jeden Konzentrationsphase Ihr Augenmerk auf den Arbeitsplatz der Kinder. Erklären Sie ihnen, welches Material für die Konzentrationsaufgabe erforderlich ist. Alles Unnötige und Ablenkende, wie Hefte, Bücher oder Blätter, wird vom Tisch geräumt. Denn die Kleinen sind noch keine großen Genies, die selbst im Chaos strukturiert denken. Der Arbeitsplatz ist nun vorbereitet, aber wer kann sich schon konzentrieren, wenn im Kopf noch viele Gedanken umherschwirren. Es gilt also, das Gehirn von ablenkendem Ballast zu befreien mit Hilfe eines kleinen „Denkzettels“:

„Wenn es noch Gedanken in eurem Kopf gibt, die euch stören, oder wenn ihr glaubt, dass ihr euch unbedingt an etwas erinnern müsst, dann schreibt oder malt es kurz auf. Ihr habt fünf Minuten Zeit.“

 Dieser kleine Denkzettel verschwindet dann rasch im Schulranzen. Nun gilt es, die Gedanken der Kinder auf den neuen Konzentrationsstoff zu lenken. Je nach Lerninhalt kann dies überraschend geschehen oder bei vernetzten Aufgaben, die nach und nach bewältigt werden sollen, ist ein „Denknetz“ sehr hilfreich. Aus ihm können die Kinder das Lernziel, die hierzu erforderlichen Konzentrationsschritte und ihre Vernetzung entnehmen. Der Lernprozess wird transparent und die Kinder arbeiten motivierter, vor allem wenn sie das Denknetz gemeinsam erarbeitet haben. Diese Mind Map-Methode hilft Ihnen, sich effizient Notizen zu machen und Aufsätze und Referate optimal vorzubereiten. Anders aber als bei der traditionellen Art, etwas linear zu notieren, wird beim Mind Mapping netzartig notiert. Es werden so genannte „geistige Landkarten“ angelegt. Die Gedanken können dann strukturiert, d.h. organisiert werden. Ob zur Gedankenordnung, zur Vorbereitung eines Referates oder zum Strukturieren komplexer Themen - der Struktur des Gedächtnisses ist

diese Methode wesentlich adäquater, d.h. Mind Mapping ist vor allem auch eine Technik zur Verbesserung der Gedächtnisleistung und der Konzentrationsfähigkeit.

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5. Informationen verarbeiten

Jetzt gilt es, die Informationen und Wahrnehmungen kognitiv aufzunehmen, zu verarbeiten und zu speichern, d.h. sie dem Kurz- oder Langzeitgedächtnis zuzuleiten. Es ist die Phase der geistigen Durchdringung und Vernetzung:
Welche Verbindung kann zwischen der neu erworbenen Erkenntnis und dem alten Lernstoff gezogen werden? Wie passt alles zusammen? Hier einige Tipps zur effektiven Informationsverarbeitung:

• Mehrkanaliges Lernen fördern:

Erarbeiten Sie mit den Kindern den Lernstoff nicht nur lesend und betrachtend. Nutzen Sie auch andere Lernkanäle wie Sprechen, Malen und vor allem praktisches Umsetzen. Fragen Sie sich immer wieder, ob Sie beide Gehirnhälften der Kinder aktivieren: Kann Mathematik mit Rhythmus oder Sprache mit Bewegung gekoppelt werden? Der bekannte Biochemiker Frederic Vester stellte fest: „Je mehr Wahrnehmungsfelder im Gehirn beteiligt sind, desto mehr Assoziationsmöglichkeiten für das tiefere Verständnis werden vorgefunden, desto größer werden Aufmerksamkeit und Lernmotivation."[2]

• Lernschritte kontrollieren und festigen:

Geben Sie den Kindern so oft wie möglich die Gelegenheit, Wichtiges in Stichworten wiederzugeben, Fragen zu stellen und zu beantworten, sich gegenseitig abzuhören. Schließen Sie Wissenslücken z.B. nach Klassenarbeiten durch gezieltes Wiederholen und Auffrischen der Inhalte.

• Gedächtnishilfen geben:

Wir brauchen sie alle im Alltag, die berühmten Eselsbrücken. Also warum sie nicht gleich bei schwierigem, abstraktem Lernstoff herstellen? Weitere effektive Gedächtnishilfen sind Grafiken, Merkverse und Merklieder. So kommen auch visuell oder rhythmisch veranlagte Lerntypen zum Zuge. Und wenn der Lernstoff sehr komplex ist, können die Kinder gemeinsam eine Lernkartei erstellen.

• Vokabeln erleben:

Wer kennt es nicht, das sture Vokabeln aufsagen, das von kurzfristigem Erfolg gekrönt ist. Langfristiger und nachhaltiger sind Vokabeln memorisierbar, wenn Bewegung und möglichst viele Sinne mitspielen:

erst still lesen, dann gehend und laut wiedergeben. Dabei den betreffenden Gegenstand anfassen, z.B. door = Tür berühren. Schwer merkbare Vokabeln werden auf große Plakatkartons geschrieben und für alle sichtbar aufgehängt. Nach 8 bis
10 Vokabeln sollte eine Pause gemacht werden. Übrigens: Unser Gedächtnis vermag nicht mehr als 30 bis 40 Vokabeln pro Tag zu speichern!

• Tipps zum Mathe lernen:

So manche Matheaufgabe ist einprägsamer, wenn sie in einem übersichtlich gestalteten Heft mit getrennten Haupt- und Nebenrechnungen und mit bunt hervorgehobenen Merksätzen steht. Übrigens: Mathe-Hausaufgaben sollten möglichst am selben Tag gemacht werden, an dem sie gegeben wurden.

 • Tipps zum Textlernen:

Texte lassen sich in kleinen Teilschritten effektiver erarbeiten und memorisieren:

 

1. Kurz überfliegen     2. Gründlich lesen     3. Wichtiges unterstreichen, herausschreiben oder malen
4. Inhalt in eigene Worte fassen, Fragen stellen     5. Zweites Mal lesen     6. Vertiefen durch Gesprächsaustausch.

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6. Energiereserven berücksichtigen

Hohe Konzentrationsleistungen erfordern hohen Energieverbrauch. Hierin unterscheidet sich das Gehirn nicht von einer Batterie oder einem Akku. Wenn die Energiereserven aufgebraucht sind, geht nichts mehr. Hier einige Tipps, um dies zu verhindern:

• Sauerstoff zuführen:

In so manchen Kinder- und Klassenzimmern ist die Luft zum Durchschneiden. Bitte bedenken Sie: Das Hirn macht zwar nur 2% unserer Körpermasse aus, aber es benötigt 50% der Glukose und 25% des Sauerstoffes. Und volle Wachheit kann in den Köpfen der Kinder nur herrschen, wenn sie durch Bewegung im Freien oder regelmäßiges Lüften der Räume genügend Sauerstoff zugeführt bekommen. Ansonsten schalten ihre „Glühbirnen“ auf Notstrom und die Konzentrationsfähigkeit erlahmt.

• Ausgewogene Ernährung:

Für den erfolgreichen Start in den Tag sollte ein gesundes Frühstück mit viel Obst, Säften, rohem Gemüse, Jogurt und Vollkornbrot sorgen. Aber der Blick in so manche Butterbrotdose lässt viel zu wünschen übrig: Weißbrot, Brötchen, Kuchen, Süßigkeiten oder - nichts! Die bei Kindern zweifellos sehr beliebten Leckereien mindern die Leistungsfähigkeit erheblich. Der zunächst rasch erhöhte Blutzuckerspiegel fällt drastisch ab, es stellt sich eine Unterzuckerung ein, die zu Konzentrationsschwäche und Abgeschlagenheit führt. Also: Vorsicht vor all dem Zuckerwerk, denn es bringt zwar, wie die Werbung für Schokoriegel behauptet, „verbrauchte Energie rasch zurück“, aber der Leistungsabfall kommt um so schneller. Hier der kleine Tipp eines Grundschullehrers: Küren Sie wöchentlich oder monatlich den „Frühstückskönig oder die –königin“ der Gruppe. Sie glauben gar nicht, wie schnell die Kinder nur Gesundes in den Butterbrotdosen haben wollen und nebenbei ihre Eltern „umerziehen“.

• Lernpausen einrichten:

Das Hirn braucht wie ein Akku die Gelegenheit zum Aufladen und Auftanken. Dieser Zeiteinsatz ist kein Verlust, sondern vielmehr Garant für erfolgreiches Konzentrieren. Jeder Mensch hat seinen individuellen Rhythmus von Leistungsfähigkeit und Ruhebedürfnis. Der amerikanische Wissenschaftler Ernest Rossi[3] fand heraus, dass dieser Rhythmus mit den Aktivitäten der einzelnen Körperzellen zusammenhängt. Während der Körper Erholung sucht, befinden sich die Zellen im Regenerationsstadium. Erst nach ca. 20-30 Minuten leiten sie dem Gehirn die Information weiter, dass dieser Prozess nun abgeschlossen ist. Erst dann können wir unsere Aufmerksamkeit nach außen lenken. Dieser Zeitraum ist zwar für den Unterricht zu lang, aber die Leistung steigt bereits um 30%, wenn folgender Rhythmus eingehalten wird: Je nach Alter 10-30 Minuten konzentrierte Anspannung, dann drei Minuten Entspannung. Übrigens, wussten Sie, dass uns konzentriertes Arbeiten am leichtesten von 7 bis 10 Uhr und von 17 bis 20 Uhr fällt?

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7. Lob aussprechen

Nach erfolgreicher Konzentration sollten Sie die Kinder auch mal loben. Denn das Gehirn verfügt über ein „Belohnungszentrum“. Unser Organismus schüttet nach der Anerkennung einer gelungenen Aufgabe Dopamin aus. Dieser Neurotransmitter bzw. Botenstoff des Zentralnervensystems ruft Glücksempfindungen hervor. Die Neuronen speichern das positive Erlebnis und verlangen nach mehr. Großer Lernerfolg ist also höchstwahrscheinlich auch das Resultat vieler Dopaminausschüttungen und immer wiederkehrender Glücksgefühle.

 Wenn Sie, liebe Eltern, noch einige kleine Ratschläge beherzigen, dann rückt das Wunschziel nach konzentrierten Kindern immer näher:

• Hausaufgaben:

Möglichst zu festen Zeiten und nicht gleich nach dem Mittagessen machen, denn ein voller Bauch studiert nicht gern. Mit leichten Aufgaben beginnen und langsam steigern. Eventuell kleinen Tagesplan anfertigen, Erledigtes abhaken, kurzes zusammenfassendes Gespräch und Lob aussprechen.

• Bewegung:

Wenn das Kind im Kindergarten oder in der Schule viel gesessen hat, dann braucht es zu Hause dringend Bewegung. Ein kleiner Spaziergang oder Dauerlauf vor den Hausaufgaben bringt Sauerstoff ins Hirn und beruhigt die Nerven.

• Ruhe:

Hat das Kind im Kindergarten und in der Schule kaum Gelegenheit gehabt, eine Sache in Ruhe zu Ende zu führen, weil es ständig von den anderen gestört wurde? Dann sollte es wenigstens am Nachmittag eine Atmosphäre vorfinden, in der es konzentriert und ungestört spielen kann. Es braucht Raum und Zeit, um seine Interessen herauszufinden und auszuprägen, um sich ungestört auf eine Sache oder einen Menschen einzulassen.

• Musik:

So manch ein hausaufgabengeplagter Schüler schwört auf die beschwingende Wirkung seiner Lieblingsmusik. Zu Unrecht! Zwar stört die Musikuntermalung nicht bei einfachen Aufgaben, z. B. beim Abschreiben eines Textes, aber für konzentriertes Arbeiten ist sie ein Fehler- und Ablenkungsfaktor! Es ist sinnvoller, Musik gezielt für Erholungspausen zu nutzen.

• Vorbild:

Wer andere zur Konzentration anleiten möchte, sollte sein eigenes Verhalten in dieser Hinsicht kritisch beobachten.[4] Machen Sie nicht alles gleichzeitig. Zeigen Sie Ihrem Kind deutlich, wofür Sie sich jetzt entschieden haben. Und sagen Sie ihm ruhig, dass Sie bei Arbeiten, die Konzentration erfordern, nicht gestört werden wollen.

• Gemeinsame Projekte:

Jedem Kind macht es Spaß, mit den Eltern gemeinsam etwas Großes herzustellen, ein Vorhaben anzugehen, das lange dauert, das die volle Aufmerksamkeit erfordert und in vielen Teilschritten zum Erfolg führt. Sie werden sich wundern, wie konzentriert und freudig Ihr Kind an einer Ritterburg aus Karton baut, an einer Seilbahn durchs Kinderzimmer oder an einer Hütte im Wald. Wichtig ist nur, dass Sie mitmachen und Ihr Kind zunächst in den einzelnen Phasen des Vorhabens begleiten. Später werden Sie feststellen, dass es nur noch zu Projektbeginn Ihre Anwesenheit benötigt. Dann wird es Ihre Ratschläge allein über lange Zeit konzentriert umsetzen. Es ruft nicht mehr wie früher nach kurzer Zeit „Ich bin fertig“, sondern sagt „Ich rufe dich, wenn ich fertig bin!“

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[1] Aus: Liebertz, Charmaine; Das Schatzbuch ganzheitlichen Lernens, Don Bosco / Spectra   = Quelle

[2] Vester, F.; Denken, Lernen, Vergessen, München 1992, S.142

[3] Rossi, E.; 20 Minuten Pause, Paderborn 1993

[4] Ein kleiner Tipp: Fragebogen zur Selbsterkundung und –beobachtung Ihres eigenen Konzentrationsverhalten finden Sie in: KIKO, Kinder konzentrieren sich. In dieser vom Schroedel Verlag herausgegebenen Sammelmappe finden Sie effektive Übungen zur Unterstützung des Lernens für die Klassen 1 – 6.

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Konzentrationsübungen

Staatliches Studienseminar Hamburg
Thomas Unruh & Dr. Susanne Petersen

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eine Minute Stille aushalten - langsam steigern  bullet

Schweigen lernen bzw. genießen (“Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.“)  bullet

Kinderlieder merken  bullet

auswendig lernen (z.B. Gedichte)  bullet

Gedächtnis- und Denkspiele  bullet

Kopfrechenübungen  bullet

Mandala malen und ausstellen beim Vorlesen oder auch in der Freiarbeit (als Joker für eine Phase des Sich-Nicht-Mehr-Konzentrieren-Könnens)  bullet

Stille Arbeit (Wortlos, nur schriftliche oder mimische Kommunikationsformen erlaubt)  bullet

Mit dem Partner sich nicht unterhalten dürfen, sondern anders mitteilen  bullet

Joga  bullet

Traumreise in das Land der Konzentration  bullet

bei leiser Musik arbeiten lassen  bullet

Übungen in Kunst und Musik - Sich auf Farben, Töne,  Geräusche konzentrieren, 
die Wahrnehmungsfähigkeit schulen und trainieren 
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regelmäßiges Vorlesen; beim Zuhören von Infos, Märchen oder Geschichten z.B. nur 10 Wörter aufschreiben, 
Austausch... 
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Jeder zieht nur eine Frage, die er durch das Vorlesen oder einen Film, eine Kassette beantworten kann.  bullet

Lückentexte schreiben lassen  bullet

Fehler finden lassen: L. kündigt an, dass sie oder er in  seinem Text Fehler untergebracht hat.  bullet

Wie stehe ich auf, setze mich hin, ohne die anderen zu stören? Gemeinsame Übungen (Tut mir das gut oder nicht?)
 

Übungsangebote für einzelne oder für zwei

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Stricken & Sticken  bullet

Schachspielen  bullet

Puzzle  bullet

eine Runde laufen  bullet

etwas schnitzen  bullet

etwas malen  bullet

kleine Texte auswendig lernen  bullet

eine Knobelaufgabe lösen  bullet

ein Kreuzworträtsel machen  bullet

Geduldsspiele  bullet

Kartenhäuser  bullet

Kugelspiele  bullet

Somawürfel  bullet

Computerspiele 

Wie lange kannst du schweigen?

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