Schulprojekt "Hundertwasser"

 
 
 

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Zu den fertigen "Kunstwerken" der Kinder:
Klicke auf die Mauer!

"Glocke"-Bericht vom 24.07.2004:
Karl-Weierstraß-Grundschule
Kinder machen Kunst

Ostenfelde(ar). Der Künstler Friedensreich Hundertwasser ist weltberühmt. 
Liebhaber seiner farbenfrohen Kunstwerke können sich freuen: Seine Nachfolger stehen in Ostenfelde bereits in den Startlöchern. Mit großen Bildern á la Hundertwasser haben sie jetzt die Flure im Gebäude der Karl-Weierstraß-Grundschule verschönert. 
"Im Zuge der neuen Brandschutzbestimmungen hätten wir die alten Bilder wahrscheinlich bald abhängen müssen", erläutert Schulleiterin Gisela Linke-Schütte den Ursprung der Idee, 
das Gebäude neu zu gestalten. Und so hängte das Kollegium selber alle Bilder ab, ließ die Wand weiß streichen - und schon konnten die rund 100 Schulkinder aller Jahrgänge ans Werk. 
Einige Wochen bereiteten die Lehrer mit den Kindern aller Klassen das große Projekt im Kunstunterricht vor. Die Ergebnisse waren so beeindruckend, da fiel die Entscheidung für die Schulleitung leicht, 
die Bilder an die Wände der Flure und des Schulhofes malen zu lassen. 
Eine Woche lang beschäftigten sich dann die Kinder der Schuljahre eins und zwei mit den Schulhofmauern und die Klassen drei und vier mit den Fluren im Schulgebäude. 
Jan-Hendrik, Mariella und Christian aus der 4b waren begeistert: "Das hat richtig Spaß gemacht." 
Ihre eigenen Bilder zieren nun die Wände. 
Auch Schwierigkeiten wie Treppen meisterten die Schüler mit Hilfe der Lehrer. 
Alexander hat mit seinen Freunden sogar Karl Weierstraß in sein Bild eingebaut. 
Bunte Farben und große Formen - diese Merkmale des bekannten Künstlers haben sich die Schüler verinnerlicht und nur Lob geerntet. 
Eltern und Lehrerschaft waren gleichermaßen begeistert von dem Ergebnis, das zeigt, was in Zeiten leerer Kassen in den Schulen möglich ist. Der Förderverein beteiligte sich an den Farbkosten. 
In Zukunft soll eine weitere graue Wand auf dem Schulhof in Farbe erstrahlen. 
Aber jetzt sind erstmal Ferien: Michael Topmöller von der Schulpflegschaft zieht ebenso wie Gisela Linke-Schütte ein positives Fazit des Schuljahres: "Klassenfahrten, Fun Olympics, sportliche Aktivitäten, Englischunterricht in den dritten und vierten Klassen und dann die Hundertwasser-Bilder, so kann es weitergehen!" Als Vorsitzender der Schulpflegschaft freute er sich besonders, dass mit solchen Aktionen wie den Hundertwasser-Bildern die Kreativität der Kinder und deren Identifikation mit der Grundschule in Ostenfelde gefördert werde.

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"Glocke"-Bericht vom 02.08.2004
Hundertwasser-Musical uraufgeführt:
Hommage an einen "Weltverschönerer"

Das Hundertwasser-Musical mit Musik von Liedermacher Konstantin Wecker feierte eine gelungene Premiere (Achim Conrad als Hundertwasser, Christie Noza als Amenoki, Geordia als Afrika).

Uelzen(dpa). Er war ein "schräger Vogel" - und für seine Kunst zog er sich sogar splitternackt aus. Der weltberühmte Maler und Architekt Friedensreich Hundertwasserhatte 1968 mit seiner "Nacktrede" gegen den vorherrschenden Kunststil demonstriert und in Wien einen Eklat provoziert. Im Theater sorgt der Hundertwasser-Darsteller heute kaum noch für Wirbel, wenn er alle Hüllen fallen lässt und nur noch seine Mütze trägt. Ein Musical über den im Jahr 2000 gestorbenen Wiener Künstler wurde am Freitagabend (31.07.2004) in Uelzen uraufgeführt. Die Musik dazu - mal kraftvolle Songs mit Ohrwurm-Charakter, mal sanfte Balladen - komponierte der Liedermacher Konstantin Wecker.
Die rund 800 Premierengäste im ausverkauften Theater an der Ilmenau erhoben sich nach der fast zweieinhalbstündigen Aufführung von ihren Plätzen und spendeten minutenlang stürmischen Beifall. Hundertwasser hatte als letztes Projekt vor seinem Tod den Bahnhof in der Kleinstadt Uelzen umgestaltet und zu einer Touristenattraktion gemacht.
Das Musical, für das der aus Bremen stammende Autor Rolf Rettberg Buch und Texte geschrieben hat, ist gespickt mit Seitenhieben auf die Massenvermarktung von Hundertwassers Kunst. So kurbelt etwa sein skrupelloser Manager "Mr. Money" im golden glänzenden Anzug die Geschäfte an. Eine Humus-Toilette als Symbol für Hundertwassers Umweltengagament sorgt für wiederkehrende Gags ebenso wie eine Wiener Kulturstadträtin, die Mozartkugeln verfallen ist.
Ais roter Faden in der Geschichte dient die Reise des Weltenbummlers Hundertwasser mit seinem Segelschiff "Regentag" nach Neuseeland. Der Kälner Musicaldarsteller Achim Conrad singt und spielt die Titelrolle gekonnt mit österreichischem Zungenschlag. Er verkörpert Hundertwasser als Mann mit Visionen und Mahner für den Frieden: "Jeder trägt in seinem Herzen ein Utopia."
Hundertwassers goldene Zwiebeltürmchen, bunte Säulen und Spiralen, die sich im Bühnenbild wiederfinden, haben Millionen Anhänger. Seine Kunst hat der hagere Mann mit dem Bart dem Kampf gegen gerade Linien und rechte Winkel gewidmet. Zu Lebzeiten wurde er aber auch als "Verkitscher" und "Fassadenverhübscher" geschmäht. "Ich will die Welt nicht verändern, ich will sie verschönern", hatte er gesagt.
Eine zentrale Rolle im Hundertwasser-Stück spielt auch der Holocaust und die Beziehung des Malers zu seiner jüdischen Mutter, die in der Nazi-Diktatur fast ihre gesamte Familie verloren hatte. Ein Hakenkreuz hängt über der Bühne, ein jüdischer Chanuka-Leuchter ist zu sehen. Dazu hat Wecker Melodien komponiert, die auch ein bisschen an jüdische Klezmer-Musik erinnern.
Bis zum Oktober 2004 sollen fast 70 Vorstellungen in Uelzen gezeigt werden. Von den 50000 Kartensind bereits 30 Prozent im Vorverkauf weg gegangen.

 

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