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Der
Dichter
Der
Dichter dichtet wo er kann.
Und wenn er manchmal, dann und wann,
vergisst, was er sich grad‘ erdacht,
dann wird ein neuer Vers gemacht.
Doch
hört er niemals auf zu dichten
und macht die schönsten Versgeschichten.
Wenn er dann nicht mehr dichten kann,
ist er bestimmt ein greiser Mann.
(
von
70
oder
90
Jahren,
mit keinen oder weißen Haaren.)
Günter
Breuer
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Hoffnung
Wenn du glaubst, es geht nicht mehr,
schau dich um, da ist noch wer,
der dich kennt, der dich versteht,
viele Wege mit dir geht.
Jemand, der auch Sorgen trägt
und seinen Arm dann um dich legt.
Gib
ihm ab von deiner Kraft,
hilf‘ ihm, dass auch er es schafft
neue Wege zu erschließen,
wo dann wieder Blumen sprießen,
wo du wagst ein Mensch zu sein.
Kein Mensch bleibt für lang‘ allein.
Günter
Breuer
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Rat an Weise
Ein Mensch, der meint, er könne denken,
soll and‘ren
seine Weisheit schenken,
damit sie
ebenfalls wie er
dann denken
können hinterher.
Doch wär's nicht gut, zu allerletzt,
wär‘ diese
Welt mit dem besetzt, ...
1. ... was
denken kann wie jedermann,
drum lass ihn
denken wie er kann
und tu, als ob du
denkst wie er,
dann gibt es
keine Streiter mehr.
2. ... was denken
kann wie du und ich,
drum lass ihn
denken wie ein Fisch,
der dumm und
träge in den Fluten
sich nach der
Nahrung nur tut sputen.
Wir wissen, dass
ein dummer Fisch
uns nicht das
Beste nimmt vom Tisch.
Günter
Breuer
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Wenn
du glaubst...
Wenn du glaubst, das
Leben wird für dich nun schön beginnen
und du könntest deine eig'nen Wege gehn,
wenn du glaubst, vom "Bund" da gäb es doch noch ein
Entrinnen,
- ach, wie wäre das doch so utopisch schön.
Wenn du meinst, du hättest
nun die Zügel selbst schon in der Hand
und könntest deinen Wagen lenken, wie du willst,
wenn du meinst, dass du nun ohne Hilfe vorwärts kommen kannst,
wirst du sehen, es geht doch nicht so wie du willst.
Wenn du merkst,
wie deine Jugend nur noch an der Wand zu hängen
scheint,
in Form von Bildern und in bunte Rahmen eingefasst,
wenn du merkst, wie nun auch du in eine and‘re Welt dein Leben lenken
musst,
dann hat in seiner Unerbittlichkeit auch
dich der "Bund" erfasst.
Wenn du fühlst,
wie langsam keinen eignen Willen du mehr haben darfst,
und nur Befehle in dein Hirn sich drängen,
wenn du fühlst, wie mannhaft kindlich du dich nun benehmen musst,
dann muss ein tausendfacher Fluch sich durch die Zähne zwängen.
Wenn du spürst,
wie tausend Nadeln deine Füße martern
und Zentnerlasten dir im Rücken knien,
wenn du spürst, wie blutig dir die Füße schwellen,
so musst dennoch du marschierend weiterzieh‘n.
Wenn du
glaubst, nun haben sie aus deinem Körper Brei gemacht,
und man jeden deiner Knochen einzeln zählen kann,
wenn du glaubst, dass sich in deiner Welt bestimmt etwas geändert hat,
dann weißt du genau: Nun erst bist auch du ein richt‘ger Mann.
Günter
Breuer
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Wohin?
Die
Welt ist groß, doch wird sie bald
nicht größer sein als manch ein Wald
für einen Fuchs, der Hühner jagt,
weil Mensch zu Mensch sich weiter plagt,
um diese Erde zu bevölkern
mit süßen kleinen "Strampelbölkern",
wie man die Kinder pflegt zu nennen,
die auf der Erde krabbeln, rennen,
...
Doch
bald schon wird das Ende kommen,
dann stellt die Rennerei sich ein,
denn mancher schon hat es vernommen:
Die Erde ist für uns zu klein!
Was tut der Mensch in solchem Fall?
Er macht sich auf ins Weltenall,
um dort die Sterne zu bevölkern
mit neuen, kleinen "Strampelbölkern",
wie man die Kinder pflegt zu nennen,
die auf dem Sterne krabbeln, rennen,
...
Doch
bald schon wird das Ende kommen,
dann stellt die Rennerei sich ein,
denn mancher schon hat es vernommen:
Die Sterne sind für uns zu klein!
Dann geht es weiter noch hinaus,
mit noch viel größeren Raketen,
bis irgendwo der Sprit geht aus;
für Menschen hilft dann nur noch Beten,
dass Gott der Vater sie beschützt
und ihnen gibt, was ihnen nützt!
Hier
sei dem Dichter es gestattet,
zu sagen, was er meint und denkt,
dass, wenn der Mann die Frau begattet,
Gottes Hand die Aktion lenkt!
Günter
Breuer
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Als neulich...
Als neulich Peter Lobesam
zu mir nach Haus gefahren kam,
mit tausend Ostergrüßen,
da ließ ich ihn das büßen.
Ich stellte ihm ein Bein,
dem "Schwein",
dass alle drüber lachten –
es war schließlich Weihnachten!
Günter
Breuer
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Forsythien gießen ihr Gold in den
Tag.
Die frühen Blüten sind´s, die ich so mag.
Entlocken erstaunten Jubelschrei,
Forsythien sind´s - und noch ist nicht Mai.
Günter Breuer
(nach: Marlies Kühr)
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